Ein Krypto-Käufer wurde in Trinidad bei einem persönlichen Treffen von bewaffneten Tätern überfallen und verlor 85.800 Dollar in bar. Solche sogenannten Wrench-Attacken nehmen weltweit rasant zu – Experten dokumentieren mittlerweile rund 60 Fälle allein in diesem Jahr. Das steckt dahinter.
- Trinidad-Überfall endet mit 85.800 Dollar Beute
- Über 60 bewaffnete Krypto-Raubüberfälle in 2025
- Täter setzen auf KI und Blockchain-Analysen

Am 29. November wurde ein Mann in Trinidad Opfer eines brutalen Überfalls. Er traf sich mit einem langjährigen Bekannten aus Belmont, um Kryptowährungen zu kaufen. In einer schwarzen Tasche hatte er 85.800 Dollar in bar dabei.
Kurz nachdem das Geld den Besitzer gewechselt hatte, tauchten zwei maskierte Bewaffnete auf. Sie klopften an die Autofenster, zwangen beide Männer zur Herausgabe des Bargelds und nahmen zusätzlich ihre Smartphones mit. Anschließend flüchteten die Täter in einem Fluchtfahrzeug.
Wrench-Attacken explodieren weltweit
Jameson Lopp, Mitgründer und Sicherheitschef der Self-Custody-Plattform Casa, führt eine Datenbank solcher Vorfälle. Seine Zahlen sind alarmierend: Über 60 sogenannte Wrench-Attacken hat er allein in diesem Jahr dokumentiert.
Der Begriff beschreibt Überfälle, bei denen Krypto-Besitzer mit physischer Gewalt zur Herausgabe ihrer digitalen Vermögenswerte gezwungen werden. Die Methoden werden dabei immer brutaler.
Von San Francisco bis in die Emirate
In San Francisco verkleidete sich ein Täter kürzlich als Lieferfahrer. Er fesselte einen Hausbesitzer mit Klebeband und zwang ihn unter Waffengewalt, Zugang zu seinem Krypto-Wallet im Wert von 11 Millionen Dollar preiszugeben. Auch Laptop und Smartphone musste das Opfer abgeben.
In den VAE endete ein Treffen mit vermeintlichen Investoren tödlich. Die Opfer wurden gezwungen, ihre Krypto-Wallets zu entsperren.
Datenbasierte Jagd auf Krypto-Besitzer
„Was als digitale Belästigung beginnt, manifestiert sich zunehmend als physische Gewalt“, erklärt David Sehyeon Baek, Cybercrime-Berater. Er schätzt, dass Wrench-Attacken mittlerweile etwa einmal pro Woche weltweit stattfinden.
Baek zufolge setzen Angreifer inzwischen auf Blockchain-Analysen und KI-gestützte Aufklärung. Sie verfolgen Bewegungsmuster und Auszahlungsverhalten ihrer Opfer in Echtzeit. „Das sind keine zufälligen Verbrechen, sondern kalkulierte, datengestützte Angriffe“, so der Experte.
Die Grenze zwischen virtueller und physischer Welt verschwimmt dabei gefährlich. Baek warnt die Krypto-Community eindringlich: „Wir müssen aufhören, Online-Drohungen als harmloses Trollen abzutun – denn die Grenze zwischen virtueller und physischer Welt ist gefährlich dünn geworden.“






