Uniswap-Gründer Adams nennt X-Standort-Feature "psychotisch"

Zwangs-Doxing

Uniswap-Gründer Adams nennt X-Standort-Feature „psychotisch“

Uniswap-Gründer Adams nennt X-Standort-Feature „psychotisch“

Die Social-Media-Plattform X sorgt mit einem neuen Feature für Aufregung in der Krypto-Community. Prominente Branchenvertreter wie Vitalik Buterin und Hayden Adams warnen vor erheblichen Sicherheitsrisiken, da die Herkunftsländer von Nutzern nun öffentlich sichtbar sind. Das steckt dahinter.

  • X zeigt ab sofort Nutzer-Standorte ohne vorherige Zustimmung
  • Ethereum-Mitbegründer Buterin nennt Feature „riskant“
  • Opt-out-Option in den Privacy-Einstellungen verfügbar

In a couple hours, we'll be rolling out About This Account globally, allowing you to see the country or region where an account is based. This will be accessible by tapping the signup date on profiles.

This is an important first step to securing the integrity of the global town… pic.twitter.com/5d7cX21qGj

— Nikita Bier (@nikitabier) November 22, 2025

Die Kontroverse begann am Wochenende, als X-Produktdirektor Nikita Bier das neue Länder-Display-Feature ankündigte. Die Funktion soll laut Bier die Plattform-Integrität stärken und Nutzern helfen, Informationen zu verifizieren. Doch die Reaktion aus der Krypto-Szene fiel vernichtend aus.

Buterin ändert Meinung nach Community-Feedback

Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin äußerte sich zunächst vorsichtig positiv zum Standort-Feature. Er sah potenzielle Vorteile darin, Meinungen aus unterschiedlichen Regionen besser einordnen zu können. Nach intensiven Diskussionen mit der Community revidierte er jedoch seine Haltung komplett.

I thought about this more and I think responders are right that revealing the country non-consensually without offering any opt-out option (not even "stop using your account") is wrong.

In most cases, revealing country still leaves a very large anonymity set, but there are some…

— vitalik.eth (@VitalikButerin) November 23, 2025

„Das Land ohne Einwilligung zu enthüllen und keine Opt-out-Option anzubieten – nicht einmal durch Account-Löschung – ist falsch“, erklärte Buterin. Er warnte, dass selbst kleine Informationslecks für manche Personen riskant seien. Die Privatsphäre dürfe nicht rückwirkend ohne Ausweichmöglichkeit entzogen werden.

„Mandatory Doxing ist psychotisch“

Noch deutlicher wurde Uniswap-Gründer Hayden Adams. „Ich hasse es. Freiwilliges Doxing ist in Ordnung, aber verpflichtendes Doxing ist psychotisch“, so Adams. Seine Kritik richtete sich vor allem gegen die fehlende Wahlfreiheit der Nutzer.

Andrei David, Chief Technology Officer der DeFi-Plattform Summer.fi, pflichtete bei. „Das Problem ist nicht die Anzeige des Landes an sich – es ist, dass alle ohne Vorwarnung sichtbar gemacht werden“, betonte David. Privacy-sensible Features sollten stets mit der am wenigsten enthüllenden Einstellung starten.

Besonders Krypto-Investoren äußerten Sicherheitsbedenken. Sie befürchten, dass böswillige Akteure vermögende Anleger nun leichter identifizieren und physisch attackieren könnten.

So deaktivieren Nutzer das Feature

X (twitter) can geo-doxx you now, showing which country you’re based in 🚨

If you want to hide it:

1- turn it off: settings & privacy → privacy & safety → disable country visibility
2- or switch from country to region/continent in same menu pic.twitter.com/YshMAOlSMY

— LANGERIUS (@Langerius) November 22, 2025

Trotz der massiven Kritik gibt es einen Ausweg. X-User „Langerius“ von der Web3-Community Hunters of Web3 erklärte den Opt-out-Prozess: Nutzer können unter „Einstellungen & Datenschutz“ → „Datenschutz & Sicherheit“ die Länder-Anzeige deaktivieren. Alternativ lässt sich statt des Landes auch nur die Region oder der Kontinent anzeigen.

Nicht alle Stimmen fielen negativ aus. Venture-Capitalist Nic Carter verteidigte das Feature als notwendig, um ausländische Einmischung in nationale Politik zu verhindern. Accounts aus dem Ausland könnten so nicht mehr vortäuschen, aus einem bestimmten Land zu stammen.

Bei großen Ländern wie den USA mit 350 Millionen Einwohnern sahen manche User zudem keine ernsthafte Identifizierungsgefahr. Die Debatte zeigt dennoch: In der Krypto-Community hat Datenschutz oberste Priorität – und erzwungene Transparenz stößt auf erbitterten Widerstand.

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