Ein britischer Hacker muss nach einem spektakulären Twitter-Betrug 5,4 Millionen Dollar in Bitcoin zurückzahlen. Joseph James O. hatte 2020 über 130 hochkarätige Accounts gehackt, darunter Barack Obama und Elon Musk. Eine zivilrechtliche Anordnung sichert nun 42 Bitcoin und weitere digitale Assets.
- Liverpool-Hacker ergaunerte Bitcoin im Wert von 5,4 Millionen Dollar
- Über 130 Twitter-Accounts prominenter Persönlichkeiten kompromittiert
- Britische Behörden beschlagnahmen 42 Bitcoin über Zivilverfahren
Man who hacked Barack Obama and Jeff Bezos ordered to hand over £4million worth of Bitcoin.
— Crown Prosecution Service (@CPSUK) November 17, 2025
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Im Juli 2020 erlebte Twitter einen der folgenreichsten Cyberangriffe seiner Geschichte. Joseph James O. aus Liverpool verschaffte sich gemeinsam mit Komplizen Zugang zu mehr als 130 Accounts. Betroffen waren unter anderem Barack Obama, Elon Musk, Joe Biden und Kim Kardashian.
Die Hacker nutzten die kompromittierten Profile, um ein gefälschtes Bitcoin-Giveaway zu bewerben. Follower wurden aufgefordert, Kryptowährung an eine angegebene Wallet-Adresse zu senden. Im Gegenzug versprachen die Betrüger eine Verdopplung des eingezahlten Betrags.
Bitcoin-Wert explodierte nach dem Hack
Zum Zeitpunkt des Angriffs erbeuteten O’Connor und sein Team Bitcoin im Wert von rund 794.000 Dollar. Doch der Kurs der Kryptowährung stieg in den Folgejahren dramatisch an. Als britische Gerichte die Rückforderungsanordnung ausstellten, war die Beute bereits über 4 Millionen Pfund wert.
Die britische Staatsanwaltschaft ging den Weg eines Zivilverfahrens nach dem Proceeds of Crime Act. Strafrechtliche Anklagen in Großbritannien blieben aus. O’Connor bekannte sich jedoch in den USA schuldig. Dort sah er sich Vorwürfen wegen Computerbetrugs, unerlaubten Eindringens in Systeme und Erpressung gegenüber.
Wie Social Media zur Betrugsplattform wurde
Der Fall offenbarte gravierende Sicherheitslücken bei Twitter. Cyberkriminelle konnten in kürzester Zeit Zugriff auf Accounts mit Millionen Followern erlangen. Die enorme Reichweite der gehackten Profile verlieh dem Betrug eine beispiellose Glaubwürdigkeit.
Für die Krypto-Community war der Vorfall eine deutliche Warnung. Selbst scheinbar authentische Nachrichten von verifizierten Accounts können manipuliert sein. Experten raten zu erhöhter Skepsis bei großzügigen Investitionsversprechen.
Ein Treuhänder wird nun den Verkauf der beschlagnahmten Kryptowährungen überwachen. Die Erlöse fließen zurück in öffentliche Kontrolle. Der Fall könnte zum Präzedenzfall für künftige grenzüberschreitende Vermögensrückforderungen werden. Die rechtliche Verfolgung digitaler Assets entwickelt sich weiter, während Strafverfolgungsbehörden neue Wege finden, auch ohne klassische Strafprozesse gegen Cyberkriminelle vorzugehen.






