Die Tschechische Nationalbank (CNB) erwirbt Bitcoin im Wert von einer Million US-Dollar und wird damit zur ersten Zentralbank innerhalb der Europäischen Union, die mit digitalen Assets experimentiert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine offizielle Investition, sondern um ein kontrolliertes Test-Portfolio.
- CNB kauft Bitcoin für 1 Million Dollar als Experiment
- Erste EU-Zentralbank mit digitalem Asset-Portfolio
- Anteil beträgt nur 0,0006 Prozent der Gesamtvermögenswerte
The @CNB_cz launched a historic project from the central banking perspective: a test portfolio of digital assets. The portfolio includes bitcoin, US dollar-pegged stablecoins and a tokenised dollar deposit. The total purchase price of the portfolio is USD 1 million, or around… https://t.co/W5ogRSagsJ
— Aleš Michl (@MICHLiq_) November 13, 2025
Die Tschechische Nationalbank hat ein Test-Portfolio mit digitalen Assets im Umfang von einer Million US-Dollar geschaffen. Neben Bitcoin (BTC) umfasst das Portfolio auch Dollar-gebundene Stablecoins sowie eine tokenisierte Dollar-Einlage. Das Portfolio ist ausdrücklich nicht Teil der offiziellen internationalen Reserven der CNB.
Zentralbanken meiden Kryptowährungen traditionell aufgrund deren Volatilität und regulatorischer Unsicherheiten. Die CNB durchbricht nun diese Konvention und positioniert sich als Vorreiter innerhalb der EU.
Michl initiierte Bitcoin-Vorstoß Anfang 2025
Die Initiative geht auf CNB-Gouverneur Aleš Michl zurück, der die Idee einer Diversifizierung der Zentralbank-Assets mit Bitcoin Anfang 2025 erstmals vorstellte. Mit dem aktuellen Schritt will die CNB praktische Erfahrungen mit Blockchain-basierten Vermögenswerten sammeln.
Dabei liegt der Fokus auf der Vorbereitung für künftige Veränderungen im Finanzsystem. Tokenisierung, digitale Zahlungen und neue Asset-Klassen stehen im Zentrum des Experiments.
Minimales Risiko bei maximalem Lerneffekt
Der Bitcoin-Kauf ist im Verhältnis zu den Gesamtvermögenswerten der CNB verschwindend gering. Mit 0,0006 Prozent des Gesamtportfolios stellt die digitale Anlage kein finanzielles Risiko dar. Vielmehr fungiert das Projekt als Sandbox für Zentralbanker, um den Umgang mit Krypto-Assets zu erlernen.
Das Projekt wird in zwei bis drei Jahren evaluiert. Eine Aufstockung des Portfolios ist zunächst nicht vorgesehen. Langfristig könnte die gesammelte Erfahrung jedoch den Weg ebnen für tokenisierte Anleihen, weitere digitale Assets oder sogar Bitcoin-ETFs in offizieller Funktion.
Die CNB setzt damit ein Signal: Digitale Assets gehören zur Zukunft des Finanzsystems. Andere Zentralbanken in der EU dürften den tschechischen Vorstoß aufmerksam verfolgen.






