Spanische und dänische Behörden zerschlagen eine grenzüberschreitende Krypto-Bande nach tödlicher Entführung in Málaga. Die sogenannten Wrench-Attacken erreichen 2025 ein Rekordniveau – Kriminelle setzen verstärkt auf Gewalt statt digitale Hacks.
- Neun Verdächtige nach Kidnapping und Mord an Krypto-Besitzer verhaftet
- Polizei beschlagnahmt Waffen und blutverschmierte Kleidung bei Razzien
- Chainalysis warnt vor dramatischem Anstieg physischer Angriffe weltweit
Spanien und Dänemark melden Erfolg im Kampf gegen organisierte Krypto-Kriminalität. Die Behörden verhafteten insgesamt neun Verdächtige einer Bande, die ein Paar in Málaga entführte und den Mann tötete. Die Täter wollten Zugriff auf dessen Bitcoin–Wallets erzwingen.
Bewaffneter Überfall in Mijas
Der Fall nahm im April seinen Anfang. Eine Frau meldete sich bei der Polizei in Málaga und berichtete von ihrer Entführung zusammen mit ihrem Partner in der Gemeinde Mijas. Drei bis vier maskierte Täter in schwarzer Kleidung überfielen das Paar mit Handfeuerwaffen, wie die Ermittler mitteilten.
Das männliche Opfer wurde bei einem Fluchtversuch ins Bein geschossen. Beide Opfer wurden in ein Fahrzeug gezwungen und zu einem Wohnhaus gebracht, wo sie mehrere Stunden festgehalten wurden. Die Angreifer versuchten während der Gefangenschaft, auf die Krypto-Wallets des Paares zuzugreifen.
Die Frau kam gegen Mitternacht frei. Der Körper ihres Partners wurde später in einem Waldgebiet entdeckt – mit Gewaltspuren zusätzlich zur Schusswunde.
Internationale Razzien mit Waffenfunden
Die spanische Polizei führte sechs Durchsuchungen in Madrid und Málaga durch. Dabei stellten die Beamten zwei Handfeuerwaffen sicher, eine echte und eine Attrappe, sowie einen Schlagstock, blutverschmierte Kleidung, Mobiltelefone und tatrelevante Dokumente. Auch biologisches Beweismaterial wurde sichergestellt.
Dänische Ermittler klagten vier weitere Verdächtige an. Zwei der Beschuldigten verbüßen bereits Haftstrafen wegen ähnlicher Delikte, so die Behörden.
Wrench-Attacken auf Rekordjagd
Der Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Serie physischer Angriffe auf Krypto-Besitzer ein. Die Blockchain-Analysefirma Chainalysis prognostiziert für 2025 ein Rekordhoch bei sogenannten Wrench-Attacken – gewaltsame Übergriffe zur Erzwingung von Wallet-Zugängen.
Bis Juli wurden weltweit bereits 35 solcher Attacken registriert. Das Jahr steuert damit auf einen neuen Höchstwert zu und könnte den bisherigen Rekord aus dem Bullrun 2021 übertreffen.
Chainalysis beobachtet eine Verlagerung der Krypto-Kriminalität: weg von digitalen Hacks, hin zu physischer Gewalt. Über 2,17 Milliarden US-Dollar wurden 2025 bisher von Krypto-Diensten gestohlen – bereits mehr als im gesamten Vorjahr. Fast ein Viertel der Verluste geht auf Angriffe gegen private Wallets zurück.
Die Kriminellen konzentrieren sich auf Wallets mit hohen Guthaben, besonders in Regionen mit wachsender Krypto-Nutzung. Bitcoin-Besitzer verzeichnen dabei die höchsten durchschnittlichen Verluste. Der asiatisch-pazifische Raum ist stark betroffen und rangiert global auf Platz zwei bei Bitcoin-Diebstählen. Japan, Indonesien, Südkorea und die Philippinen melden verstärkt Vorfälle mit teils tödlichem Ausgang.






