Der US-Senat hat die geplante Abstimmung über ein wegweisendes Krypto-Regulierungsgesetz abgesagt. Die Entscheidung folgt auf massiven Widerstand von Coinbase und offenbart tiefe Gräben zwischen Bankenlobby und Krypto-Industrie. Ripple-Chef Brad Garlinghouse bleibt dennoch optimistisch.
- Senate Banking Committee streicht Markup-Session nach Coinbase-Protest
- 137 Änderungsanträge konnten Interessenkonflikte nicht lösen
- Ripple-CEO setzt weiterhin auf Verhandlungslösung
While long-overdue, this move by @SenatorTimScott and @BankingGOP on market structure is a massive step forward in providing workable frameworks for crypto, while continuing to protect consumers. Ripple (and I) know firsthand that clarity beats chaos, and this bill’s success is… https://t.co/EWcml1NpBE
— Brad Garlinghouse (@bgarlinghouse) January 14, 2026
Der US-Senat hat die für morgen angesetzte Abstimmung zum Krypto-Marktstrukturgesetz von Senator Tim Scott kurzfristig abgesagt. Das Senate Banking Committee zog die Sitzung zurück, nachdem die Vorlage durch eine Flut von Änderungsanträgen faktisch unbrauchbar geworden war.
Auslöser war ein öffentlicher Aufstand von Coinbase. Die Börse unter CEO Brian Armstrong hatte sich vehement gegen die verwässerte Fassung gestellt. Die Senatoren sahen sich gezwungen, einen Gesetzentwurf fallen zu lassen, der kurz vor der Abstimmung „toxisch“ geworden war.
Ripple bleibt trotz Rückschlag am Verhandlungstisch
Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, zeigt sich ungeachtet des Debakels weiter zuversichtlich. „Ripple und ich wissen aus erster Hand: Klarheit schlägt Chaos. Der Erfolg dieses Gesetzes ist der Erfolg von Krypto“, erklärte er. Das Unternehmen hatte jahrelang unter regulatorischer Unsicherheit gelitten und sieht in Scotts Vorschlag einen entscheidenden Fortschritt.
Garlinghouse lobte den Entwurf als ersten ernsthaften Versuch, funktionsfähige Rahmenbedingungen für digitale Assets zu schaffen. Gleichzeitig betonte er, Ripple bleibe aktiv in den Verhandlungen involviert, statt sich frustriert zurückzuziehen.
Banking-Lobby blockiert Kompromiss
Insgesamt 137 Änderungsanträge wurden eingereicht. Die Vorschläge offenbarten fundamentale Meinungsverschiedenheiten zwischen der Anti-Stablecoin-Fraktion traditioneller Banken und der Krypto-Industrie. Hinter verschlossenen Türen tobte ein Machtkampf, der letztlich keine Annäherung brachte.
Die Senatsmitarbeiter werden nun in geschlossene Verhandlungsrunden zurückkehren müssen. Ob eine überarbeitete Version eine Mehrheit finden kann, bleibt offen. Garlinghouse zeigte sich optimistisch, dass Lösungen im weiteren Prozess gefunden werden können.
Der Stillstand unterstreicht die Komplexität der Krypto-Regulierung. Während die Industrie auf klare Regeln drängt, fürchten etablierte Finanzakteure um ihre Marktposition. Die Frage bleibt: Kann der Senat einen Kompromiss finden, der beiden Lagern gerecht wird?






