Ein wegen Identitätsdiebstahls verurteilter Mann hat seine Klage gegen die US-Regierung verloren. Das FBI hatte eine Festplatte mit über 3.400 Bitcoin gelöscht – doch das Berufungsgericht gibt der Behörde Recht. Der Grund: Der Kläger hatte jahrelang bestritten, überhaupt nennenswerte Krypto-Bestände zu besitzen.
- US-Berufungsgericht weist Klage gegen FBI ab
- Michael Prime behauptete erst Jahre später, 3.443 Bitcoin zu besitzen
- Festplatte mit aktuellem Gegenwert von 345 Millionen Dollar gelöscht

Ein Drei-Richter-Panel am Eleventh Circuit Court of Appeals entschied am Dienstag gegen Michael P.. Der verurteilte Betrüger hatte das FBI verklagt, weil die Behörde eine beschlagnahmte Festplatte mit angeblich 3.443 Bitcoin gelöscht hatte. Der aktuelle Wert: 345 Millionen US-Dollar.
Widersprüchliche Angaben kosten Millionen
Das Gericht stellte fest, dass P. jahrelang unterschiedliche Angaben zu seinem Krypto-Vermögen machte. Vor seinem Schuldbekenntnis im November 2019 hatte er behauptet, rund 3.500 Bitcoin zu besitzen. Danach änderte er seine Aussage drastisch.
Im Februar 2020 meldete P. gegenüber der Regierung lediglich Bitcoin im Wert von 200 bis 1.500 US-Dollar. Diese Summe bezeichnete er später als seinen einzigen verbliebenen Vermögenswert. Das Gericht nannte diese Bewertung „absurd“, da Bitcoin zu diesem Zeitpunkt über 10.000 Dollar wert war.
FBI handelte nach Standardprozedur
Nach seiner Haftentlassung im Juli 2022 forderte P. die Rückgabe der Festplatten. Zu diesem Zeitpunkt hatte das FBI die Datenträger jedoch bereits gemäß Standardverfahren gelöscht. Ein Bundesgericht in Orlando lehnte den Antrag ab.
Die Richter schrieben: „Jahrelang bestritt P., überhaupt nennenswerte Bitcoin-Bestände zu haben. Erst später behauptete er plötzlich, ein Bitcoin-Tycoon zu sein.“ Das Gericht befand, dass P.’s verzögerte Forderung unzumutbar sei und seine Klage ausschließe.
Millionen Bitcoin für immer verloren
Der Fall reiht sich ein in die wachsende Zahl dauerhaft verlorener Bitcoin. Laut Glassnode-Daten sind etwa 1,46 Millionen BTC – knapp sieben Prozent der maximalen Gesamtmenge von 21 Millionen – vermutlich für immer unzugänglich. Eine Chainalysis-Schätzung aus 2018 geht sogar von bis zu 3,7 Millionen verlorenen Bitcoin aus, was über 17 Prozent des Gesamtangebots entspräche.
P. hatte in seinem Plea-Deal Gerätebetrug, Identitätsdiebstahl und illegalen Waffenbesitz eingeräumt. Seine widersprüchlichen Angaben zum Bitcoin-Besitz wurden ihm nun zum Verhängnis. Das Gericht stellte klar: Selbst wenn die Bitcoin existiert hätten – was fraglich sei – wäre eine Entschädigung ungerecht.






