Der Aufstieg der US-Dollar-Stablecoins bedroht laut der EZB die geldpolitische Kontrolle in der Eurozone – und europäische Akteure fordern eine starke Alternative.
- EZB warnt vor Gefahren durch US-Dollar-Stablecoins
- Euro-Stablecoins als strategischer Gegenschlag gefordert
- Digitaler Euro und Privatstablecoins als parallel denkbare Werkzeuge

Warum die EZB alarmiert ist
Jürgen Schaaf, Berater bei der Europäischen Zentralbank, warnt, dass die zunehmende Nutzung von an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins die Kontrolle der EZB über geldpolitische Bedingungen schwächen könnte.
Er zieht Parallelen zu „dollarisierten“ Volkswirtschaften, in denen das heimische Geldsystem durch den starken Einfluss des Dollars ausgehebelt wird.
Systemische Risiken bei einem Stablecoin-Run
Auch Olaf Sleijpen von der niederländischen Zentralbank warnt: Wenn Stablecoins systemisch relevant werden, könnten Massenauszahlungen zu einem Stresstest für die Finanzmärkte werden.
Ein solcher Run würde die EZB womöglich zwingen, ihre Geldpolitik anzupassen.
Europas Strategie: Mehr Euro-Stablecoins + digitaler Euro
Um die Dollar-Dominanz einzudämmen, fordert die europäische Seite verstärkt Unterstützung für Euro-pegged Stablecoins.
Parallel dazu gilt der digitale Euro, herausgegeben von der EZB, als strategischer Verteidigungsanker für die monetäre Souveränität Europas.
Lorenzo Bini Smaghi, ehemaliges EZB-Mitglied, warnte, dass Europa sich sonst „in der Zukunft des globalen Finanzwesens marginalisieren“ könnte.
Regulatorische und technische Hürden
Trotz klarer Risiken ist der Markt für Euro-Stablecoins derzeit sehr klein – laut EZB-Daten macht er einen Bruchteil des gesamten Stablecoin-Markts aus.
Gleichzeitig verzögern regulatorische Unsicherheiten und die Entwicklung des digitalen Euros den Ausbau einer robusten, privatwirtschaftlichen Euro-Stablecoin-Infrastruktur.






