Securitize hat als erstes Unternehmen eine EU-weite Lizenz für ein blockchain-basiertes Handelssystem erhalten. Die Plattform läuft auf Avalanche und soll Anfang 2026 mit ersten tokenisierten Wertpapieren starten. Das steckt dahinter.
- EU-Zulassung für tokenisiertes Trading-System auf Avalanche
- Verbindung zwischen US- und EU-Infrastruktur geplant
- Erste regulierte Emissionen für Anfang 2026 angekündigt

Die spanische Finanzaufsicht CNMV erteilte Securitize am 26. November die Genehmigung zum Betrieb eines DLT-basierten Handelssystems. Die Lizenz gilt für alle 27 EU-Mitgliedstaaten und macht das Unternehmen zum ersten regulierten Anbieter für tokenisierte Wertpapiere in Europa und den USA zugleich.
Was bedeutet die DLT-Pilotlizenz konkret?
Das DLT Pilot Regime der EU ermöglicht Unternehmen, Blockchain-Infrastruktur unter kontrollierten Bedingungen zu testen. Securitize darf nun tokenisierte Aktien, Anleihen und andere Finanzinstrumente direkt auf der Blockchain handeln und abwickeln. Trading und Settlement laufen dabei über eine einzige DLT-Struktur.
Dabei kann das Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen von einzelnen Marktvorschriften beantragen. Dies soll Innovation fördern, ohne das größere Regulierungsgerüst zu gefährden.
Warum fiel die Wahl auf Avalanche?
Securitize entschied sich für Avalanche aufgrund der niedrigen Latenzzeiten und der Möglichkeit, individuelle Ausführungslogik für regulierte Märkte zu implementieren. Die Blockchain verzeichnete 2024 deutlich gestiegene Nutzung im Bereich tokenisierter Finanzprodukte.
Im Oktober brachte BlackRock 500 Millionen US-Dollar in tokenisierten Geldmarktanlagen auf das Netzwerk. Die steigende Beteiligung institutioneller Vermögensverwalter verstärkt die Position von Avalanche als bevorzugte Infrastruktur für On-Chain-Finanzprodukte.
Brücke zwischen USA und Europa entsteht
Securitize plant, das europäische System direkt mit der bestehenden US-Infrastruktur zu verbinden. Institutionelle Anleger erhalten damit einen regulierten Kanal, um tokenisierte Instrumente grenzüberschreitend zu emittieren, zu handeln und abzuwickeln.
Die ersten Produktemissionen unter dem neuen Rahmenwerk sind für Anfang 2026 vorgesehen. Dabei sollen sowohl On-Chain-Fonds als auch konventionelle Wertpapiere zum Einsatz kommen. Avalanche positioniert sich dadurch als technischer Partner für Europas erstes lizenziertes Blockchain-Marktsystem.
Die Genehmigung markiert einen Wendepunkt für tokenisierte Finanzanlagen in Europa. Ob weitere Anbieter folgen und wie schnell sich der Markt entwickelt, bleibt abzuwarten.





