Der Terraform-Labs-Mitgründer Do Kwon bittet ein US-Gericht um eine Haftstrafe von maximal fünf Jahren. Ihm drohen allerdings bis zu 40 Jahre in Südkorea, wo ein separates Verfahren läuft. Am 11. Dezember fällt das Urteil in den USA.
- Do Kwon fordert Höchststrafe von 5 Jahren in den USA
- Terra-Kollaps vernichtete 40 Milliarden Dollar 2022
- Südkorea strebt bis zu 40 Jahre Haft an

Do Kwon, Mitgründer von Terraform Labs, hat ein US-Gericht gebeten, seine Haftstrafe auf fünf Jahre zu begrenzen. Der Krypto-Unternehmer bekannte sich im August schuldig, Wire Fraud und Verschwörung zum Betrug begangen zu haben. Laut Bloomberg reichte Kwon am Mittwoch entsprechende Unterlagen ein.
40-Milliarden-Dollar-Crash belastet Kwon
Der Zusammenbruch des Terra-Ökosystems löschte 2022 rund 40 Milliarden Dollar vom Kryptomarkt. Kwons Verteidigung argumentiert, dass er bereits fast drei Jahre in Haft verbracht habe – mehr als die Hälfte davon unter harten Bedingungen in Montenegro. Zudem habe er einen hohen persönlichen und finanziellen Preis bezahlt.
Im Rahmen seines Plea Deals vereinbarten US-Staatsanwälte, keine Strafe über 12 Jahre zu fordern. Kwons Anwälte bezeichnen alles über fünf Jahre als „weit mehr als nötig“. Der Terraform-Gründer willigte außerdem ein, über 19 Millionen Dollar sowie mehrere Immobilien abzutreten.
Südkorea fordert vier Jahrzehnte Haft
Nach der Urteilsverkündung in den USA am 11. Dezember durch US-Bezirksrichter Paul Engelmayer in Manhattan ist Kwons juristischer Albtraum nicht vorbei. Südkoreanische Staatsanwälte verfolgen einen eigenständigen Fall und streben bis zu 40 Jahre Gefängnis an – ein drastischer Kontrast zur US-Forderung.
Kwon wurde wegen gefälschter Reisedokumente in Montenegro verhaftet und saß dort vier Monate ein, bevor er in die USA ausgeliefert wurde. Sein Aufenthaltsort nach dem Terra-Crash war lange unbekannt, bis die montenegrinischen Behörden ihn fassten.
Parallelen zu Sam Bankman-Fried
Kwon ist nicht der einzige Krypto-Mogul hinter Gittern. Sam Bankman-Fried, ehemaliger FTX-CEO, erhielt 2024 eine 25-jährige Haftstrafe. Dessen Anwälte legten Berufung ein und behaupten, ihr Mandant habe kein faires Verfahren bekommen. Die Verteidigung argumentiert, die Jury habe nie Beweise gehört, die FTX‘ Zahlungsfähigkeit belegten.
Die kommenden Tage könnten weitere Details bringen: US-Staatsanwälte werden ihre eigene Strafempfehlung vorlegen. Kwons Schicksal hängt damit sowohl von US-amerikanischer als auch südkoreanischer Justiz ab. Die Diskrepanz zwischen fünf und 40 Jahren zeigt, wie unterschiedlich Länder Krypto-Verbrechen bewerten.






