Coinbase zahlt 24,6 Mio. $: Über 30 Mio. Transaktionen ungeprüft

Compliance-Versagen

Coinbase zahlt 24,6 Mio. $: Über 30 Mio. Transaktionen ungeprüft

Coinbase zahlt 24,6 Mio. $: Über 30 Mio. Transaktionen ungeprüft

Die irische Zentralbank verhängt eine Millionenstrafe gegen Coinbase Europe wegen massiver Verstöße bei der Geldwäsche-Prävention. Über 30 Millionen Transaktionen im Wert von 176 Milliarden Euro blieben unüberwacht. Das steckt dahinter.

  • Coinbase Europe zahlt 21,4 Mio. € (24,6 Mio. $) Strafe wegen AML-Verstößen
  • Über 30 Mio. Transaktionen im Wert von 176 Mrd. € blieben ungeprüft
  • 2.708 Verdachtsmeldungen zu Geldwäsche, Betrug und Drogenhandel
The Central Bank takes enforcement action against Coinbase Europe Limited for anti-money laundering failures
Quelle: Centralbank

Die Central Bank of Ireland hat Coinbase Europe mit einer Rekordstrafe von 21,4 Millionen Euro (24,6 Millionen US-Dollar) belegt. Der Grund: gravierende Verstöße gegen Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsvorschriften zwischen 2021 und 2025.

Die Krypto-Börse hatte fehlerhafte Konfigurationen in ihrem Transaktionsüberwachungssystem. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten blieben dadurch mehr als 30 Millionen Transaktionen ungeprüft.

176 Milliarden Euro ohne Kontrolle

Der Wert der nicht überwachten Transaktionen summiert sich auf über 176 Milliarden Euro (203 Milliarden US-Dollar). Das entspricht rund 31 Prozent aller Coinbase-Europe-Transaktionen im Fehlerzeitraum. Eine Dimension, die selbst erfahrene Compliance-Experten aufhorchen lässt.

Fast drei Jahre benötigte Coinbase Europe, um die Nachüberwachung der betroffenen Transaktionen abzuschließen. Diese verspätete Prüfung führte zur Einreichung von 2.708 Verdachtsmeldungen bei der nationalen Finanzermittlungsbehörde.

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Verdachtsfälle mit kriminellem Hintergrund

Die gemeldeten Verdachtsfälle umfassen schwerwiegende Straftaten: Geldwäsche, Betrug, Drogenhandel, Cyberangriffe mit Ransomware sowie sexuellen Kindesmissbrauch. „Um Finanzkriminalität wirksam zu bekämpfen, sind Strafverfolgungsbehörden darauf angewiesen, dass regulierte Finanzinstitute über Systeme verfügen, die Transaktionen überwachen und Verdachtsfälle melden“, erklärt Colm Kincaid, stellvertretender Gouverneur der irischen Zentralbank.

Kincaid betont die besondere Gefahr bei Kryptowährungen: „Krypto verfügt über technologische Merkmale, die es zusammen mit seinen anonymitätsfördernden Funktionen und seiner grenzüberschreitenden Natur für Kriminelle besonders attraktiv machen.“

Umzug nach Luxemburg bereits vollzogen

Im Juni dieses Jahres verlegte Coinbase seine Regulierungsbasis von Irland nach Luxemburg. Dort hält die Börse nun eine Lizenz unter dem europäischen MiCA-Regime. Der Umzug erfolgte Berichten zufolge auch aufgrund von Spannungen mit irischen Aufsichtsbehörden.

Coinbase Europe hat die festgestellten Verstöße eingeräumt und den Sachverhalt akzeptiert. Durch das Settlement-Verfahren erhielt das Unternehmen einen Rabatt von 30 Prozent auf die ursprüngliche Strafe. Ohne diese Einigung wäre die Sanktion deutlich höher ausgefallen.

Die Frage bleibt: Wie viele ähnliche Fälle gibt es noch in der Krypto-Branche, die bisher unentdeckt blieben?

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