Die Krypto-Börse Coinbase sieht sich massivem Widerstand durch den US-Bankenverband ICBA ausgesetzt. Chefanwalt Paul Grewal wirft der Lobby vor, regulatorische Hürden aufzubauen, um die eigenen Interessen zu schützen. Der Streit dreht sich um Coinbases Antrag auf eine nationale Trust-Lizenz.
- US-Bankenverband ICBA opponiert gegen Coinbase Trust-Lizenz
- CLO Grewal attackiert Banken-Lobbyisten scharf auf X
- OCC prüft Coinbase-Antrag bis zu 18 Monate lang
Imagine opposing a regulated trust charter because you prefer crypto to stay … unregulated. That’s ICBA’s position. It’s another case of bank lobbyists trying to dig regulatory moats to protect their own. From undoing a law to go after rewards to blocking charters, protectionism… https://t.co/200LCbMGa9
— paulgrewal.eth (@iampaulgrewal) November 4, 2025
Die Krypto-Börse Coinbase gerät beim Versuch, eine nationale Trust-Lizenz zu erhalten, unter schweren Beschuss. Der Bankenverband ICBA legte am Montag in einem Brief an die US-Aufsichtsbehörde OCC Widerspruch ein. Die Organisation lehnt den Antrag der Coinbase-Tochter strikt ab.
ICBA fürchtet um Bankinteressen
Der Verband begründet seine Ablehnung mit angeblich „ungetesteten Elementen“ bei der Krypto-Verwahrung. Zudem behauptet die ICBA, dass Coinbase in Krypto-Bärenmärkten Probleme hätte, profitabel zu bleiben. Die Lobby fordert das OCC auf, den Antrag abzulehnen oder zumindest deutlich mehr Zeit für die öffentliche Prüfung einzuräumen.
Coinbase-Chefanwalt Paul Grewal reagierte am Dienstag mit scharfer Kritik. „Stellen Sie sich vor, man lehnt eine regulierte Trust-Lizenz ab, weil man Krypto lieber unreguliert halten möchte“, schrieb er auf X. „Das ist die Position der ICBA. Ein weiterer Fall von Bank-Lobbyisten, die regulatorische Gräben ausheben, um ihre eigenen Interessen zu schützen.“
Coinbase will Brücke zu traditioneller Finanzwelt schlagen
Die Börse hatte im Oktober den Antrag auf eine National Trust Company Charter gestellt. Das Ziel: die Lücke zwischen Krypto-Wirtschaft und traditionellem Finanzsystem zu schließen. Coinbase betont dabei, keine vollwertige Bank werden zu wollen. Das OCC benötigt laut Berichten zwischen 12 und 18 Monaten für die Prüfung.
Coinbase steht mit seinem Vorhaben nicht allein da. Auch Ripple Labs und Circle haben nationale Bank-Lizenzen beantragt. Beide Unternehmen reagieren damit auf die neue US-Stablecoin-Regulierung und positionieren ihre Token Ripple USD und USDC für den regulierten Markt. Die OCC-Entscheidung über Ripples Antrag stand bereits letzte Woche an, wurde aber bis heute nicht verkündet.
Der Streit zeigt, wie sehr traditionelle Banken die wachsende Konkurrenz durch Krypto-Unternehmen fürchten. Grewal macht deutlich, dass Coinbase den Widerstand als Schutzreaktion etablierter Akteure wertet. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das OCC dem Druck der Bankenlobby nachgibt oder den Weg für mehr Krypto-Regulierung ebnet.






