Der zweitgrößte Bitcoin-Miner der Welt plant eine Kapitalspritze von 1,15 Milliarden US-Dollar. CleanSpark reagiert damit auf den wachsenden Druck nach dem Bitcoin-Halving und setzt auf KI-Rechenzentren als zweites Standbein. Die Branche erlebt einen historischen Wandel.
- Bitcoin-Miner CleanSpark sammelt 1,15 Mrd. USD für Expansion ein
- Halving-Druck zwingt Mining-Riesen zum KI-Pivot
- Konkurrenz schließt bereits Milliarden-Deals mit Tech-Giganten ab
— CleanSpark Inc. (@CleanSpark_Inc) November 11, 2025
CleanSpark hat am Dienstag eine Wandelanleihe über 1,15 Milliarden US-Dollar angekündigt. Der an der Nasdaq gelistete Bitcoin-Miner will damit seine Mining-Kapazitäten ausbauen und gleichzeitig in KI-Rechenzentren investieren. Die Netto-Erlöse werden auf 1,13 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Bei vollständiger Ausübung der Kaufoptionen durch die Erstzeichner könnte das Volumen sogar auf 1,28 Milliarden US-Dollar steigen. Der Abschluss der Transaktion ist für den 13. November geplant.
Aktienrückkauf und strategische Neuausrichtung
Von den eingesammelten Mitteln fließen 460 Millionen US-Dollar in den Rückkauf eigener Aktien zu einem Preis von 15,03 US-Dollar. Die verbleibenden Gelder will CleanSpark in die Erweiterung seines Energie- und Grundstücksportfolios stecken.
Zudem plant das Unternehmen den Ausbau seiner Rechenzentrumsinfrastruktur und die Rückzahlung Bitcoin-besicherter Kredite. CleanSpark hatte bereits im Dezember 2024 eine ähnliche Anleihe über 550 Millionen US-Dollar platziert.
Bitcoin-Mining trifft auf künstliche Intelligenz
CleanSpark steht mit einer Hashrate von 46,60 Exahashes pro Sekunde auf Platz zwei der weltweiten Bitcoin-Miner. Nur Marathon Holdings verfügt über mehr Rechenleistung. Dennoch reicht das klassische Mining-Geschäft längst nicht mehr aus.
„Wir haben unser gesamtes Portfolio grundlegend überprüft, um die Eignung für KI zu bewerten. Georgia haben wir als strategische Region sowohl für potenzielle Umwandlungen als auch für Expansionen identifiziert“, erklärt Scott Garrison, Chief Development Officer bei CleanSpark.
Die Aktie des Unternehmens schoss um 13 Prozent nach oben, als CleanSpark am 20. Oktober erstmals seine KI-Pläne verkündete. Die Mining-Branche steht unter massivem Druck. Das Bitcoin-Halving im April halbierte die Blockbelohnungen und zwang viele Miner zum Umdenken.
Konkurrenz sichert sich Milliarden-Verträge
Die Transformation der Branche ist bereits in vollem Gange. Anfang November unterzeichnete der Mining-Konzern IREN einen Fünfjahresvertrag mit Microsoft über 9,7 Milliarden US-Dollar. IREN stellt dem Tech-Riesen Nvidia-GPUs in seinen Rechenzentren bereit.
Core Scientific ging im Juni noch einen Schritt weiter. Der Miner schloss mit dem KI-Cloud-Anbieter CoreWeave einen 3,5-Milliarden-Dollar-Deal über zwölf Jahre ab. Core Scientific liefert 200 Megawatt zusätzliche Infrastruktur für High-Performance-Computing.
Besonders bemerkenswert: Core Scientific hatte 2022 noch Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Die KI-Wende rettete das Unternehmen. Kurz vor dem Pivot wurde die Aktie wieder an der Nasdaq gelistet.
CleanSpark und seine Wettbewerber zeigen: Die Ära des reinen Bitcoin-Minings läuft aus. Wer überleben will, muss sich neu erfinden. Die Milliarden fließen jetzt in Rechenzentren für künstliche Intelligenz.





