Ein technischer Indikator hat Werte erreicht, die in der Vergangenheit massive Bitcoin-Rallys einleiteten. Der Relative-Strength-Index liegt nahe der kritischen 30er-Marke – genau wie vor dem letzten 660-Prozent-Kurssprung.
- Bitcoin-RSI kurz vor überverkauftem Terrain bei 37 Punkten
- Historische Daten zeigen durchschnittliche Erholung nach RSI unter 30
- Analysten erwarten verlängerten Bullenzyklus bis 2026
A lot of people have been asking for an update on this chart, so I’ll just leave this here for anyone who needs to see it.
— Julien Bittel, CFA (@BittelJulien) December 17, 2025
This shows the average BTC trajectory following an oversold RSI reading, with RSI falling below 30 at t=0.
So far, it’s been pretty bang on.
Unless you… pic.twitter.com/FRLt5w7oFT
Der Relative-Strength-Index von Bitcoin nähert sich aktuell Extremwerten, die historisch betrachtet profitable Kaufgelegenheiten signalisierten. Laut Julien Bittel, Makro-Research-Chef bei Global Macro Investor, steht der RSI derzeit bei knapp 37 Punkten auf dem Wochenchart. Das letzte Mal lag der Indikator auf diesem Niveau im Dezember 2022 – als Bitcoin am Bärenmarkt-Tiefpunkt bei 16.500 US-Dollar notierte.
660-Prozent-Rallye als historischer Präzedenzfall
Was folgte, war spektakulär: In den darauffolgenden zweieinhalb Jahren schoss Bitcoin um 660 Prozent nach oben und markierte im Oktober 2024 ein neues Allzeithoch. Der RSI misst dabei auf einer Skala von null bis 100, ob ein Asset überverkauft oder überkauft ist. Werte unter 30 gelten als überverkauft und deuten auf eine mögliche Erholung hin.
Bittel präsentierte eine Analyse, die den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten fünf Mal zeigt, als der Bitcoin-RSI unter die 30er-Schwelle fiel. „Basierend auf unserer Analyse des Konjunkturzyklus, der aktuellen Finanzierungsbedingungen und unseren Liquiditätserwartungen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich dieser Zyklus bis weit ins Jahr 2026 erstreckt“, so der Analyst.
Vier-Jahres-Zyklus ein Mythos?
Bittel widerspricht damit der weit verbreiteten Annahme, Bitcoin folge einem Vier-Jahres-Rhythmus, der an die Halving-Events gekoppelt ist. Seiner Ansicht nach sei das historische Muster vielmehr auf Refinanzierungszyklen der Staatsschulden zurückzuführen. Die Post-COVID-Fiskalpolitik habe diesen Zyklus um ein Jahr nach hinten verschoben.
Die Makroanalysten von Milk Road pflichten bei: „Kurzfristige Oversold-Signale müssen im Kontext von Liquidität und Konjunkturzyklus interpretiert werden“, heißt es in ihrer Einschätzung. Solange sich die Bedingungen verbesserten und Kapital zurück in die Märkte fließe, „tendieren diese überverkauften Rücksetzer dazu, sich im Laufe der Zeit nach oben zu arbeiten, auch wenn der Weg holprig ist“.
Kurzfristige Schwäche bei langfristiger Perspektive
Der größere Fehler sei die Annahme, jeder Rücksetzer markiere den Beginn eines neuen Bärenmarktes, wenn das Makro-Setup weiterhin auf einen verlängerten Zyklus bis 2026 hindeute. Kurzfristig zeigt sich Bitcoin allerdings schwach: In den vergangenen sieben Tagen verlor die Kryptowährung 4,2 Prozent und notiert aktuell bei rund 86.600 US-Dollar.
Dennoch bleibt Bitcoin im Wochenchart in einem intakten Aufwärtstrend. Die technische Ausgangslage erinnert frappierend an frühere Phasen, in denen extreme RSI-Tiefs den Startschuss für explosive Rallys gaben.






