Bitcoin hat in den vergangenen Wochen über 24 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 87.395 Dollar. Dennoch sehen Marktexperten in der aktuellen Bewertung eine historische Kaufgelegenheit – die Kryptowährung sei so stark unterbewertet wie zuletzt beim FTX-Kollaps 2022.
- Bitcoin zeigt stärkste Unterbewertung seit FTX-Crash 2022
- Fidelity-Direktor bezeichnet Korrektur als notwendige Marktbereinigung
- Institutionelle Investoren nutzen niedrige Kurse für Nachkäufe
Bitcoin is at undervalued levels not seen since the FTX collapse pic.twitter.com/FYfjt5yBup
— Quinten | 048.eth (@QuintenFrancois) November 26, 2025
Quinten Francois, Host von Coin Compass HQ, schlägt Alarm: Bitcoin handle derzeit weit unter seinem wahren Wert. Seine Analyse basiert auf dem Market Value to Realized Value (MVRV) sowie dem Reserve-Risk-Indikator. Beide Kennzahlen zeigen ein Unterbewertungsniveau, das zuletzt im November 2022 erreicht wurde – als die Kryptobörse FTX kollabierte und eine Panikwelle durch den Markt ging.
Der Unterschied zu damals: Aktuell fehlt ein vergleichbarer Schock-Auslöser. Die jüngsten Handelsspannungen sind weitgehend abgeflaut, dennoch notiert Bitcoin deutlich unter seinem fundamentalen Wert. Francois interpretiert dies als klares Kaufsignal für langfristig orientierte Anleger.
Technische Indikatoren deuten auf Trendwende
Der Relative Strength Index (RSI) liegt bei 31,58 und signalisiert damit überverkaufte Marktbedingungen. Historisch gesehen folgte auf solche Niveaus häufig eine Gegenbewegung. Allerdings zeigt sich das Handelsvolumen mit 60,79 Milliarden Dollar schwach – ein Rückgang um 12,01 Prozent. Erst ein Anstieg des Volumens könnte die Erholung nachhaltig unterstützen.
Zwischenzeitlich kletterte Bitcoin von 86.131 Dollar auf 88.162 Dollar, bevor Volatilität den Kurs wieder drückte. Die psychologisch wichtige 90.000-Dollar-Marke bleibt das zentrale Kursziel. Viele Marktteilnehmer sehen in der Rückeroberung dieses Levels den Startschuss für eine breitere Markterholung.
Fidelity-Experte sieht Crash positiv
Jurien Timmer, Director of Global Macro bei Fidelity, überrascht mit einer unkonventionellen Einschätzung: „Der aktuelle Rücksetzer ist gut für Bitcoin“, erklärt der Stratege. Die Korrektur helfe dabei, überhitzte Erwartungen abzukühlen und schwache Marktteilnehmer auszusortieren. Nach dieser Konsolidierungsphase könne Bitcoin mit umso stärkerer Dynamik in die nächste Aufwärtsbewegung starten.
Institutionelle Investoren scheinen dieser Logik zu folgen. Das japanische Unternehmen Metaplanet kündigte an, weitere 130 Millionen Dollar einzusammeln, um zusätzliche Bitcoin-Positionen aufzubauen. Die Firma nutzt die Unterbewertung gezielt aus, um ihr Portfolio zu erweitern.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Bitcoin die 90.000-Dollar-Schwelle zurückerobern kann – und damit das Signal für eine nachhaltige Trendwende setzt.






