Die insolvente Krypto-Börse FTX hat bereits 7,1 Milliarden US-Dollar an Gläubiger ausgezahlt. Drei Auszahlungsrunden sind abgeschlossen, die vierte folgt Anfang 2026. Doch während Gelder fließen, sorgt Gründer Sam Bankman-Fried aus dem Gefängnis für neue Kontroversen.
- 7,1 Milliarden US-Dollar in drei Runden ausgezahlt
- Nächste Verteilung für Januar 2026 geplant
- SBF behauptet weiter: FTX war nie insolvent
Before Distribution
— Sunil (FTX Creditor Champion) (@sunil_trades) November 9, 2025
Total FTX Assets: $16bn/$17bn
Distributions
18th Feb: $454m
claims <$50k
30th May: $5bn
Claims <$50k ($750m) , Claims >$50k
30th Sept: $1.6bn
Claims > $50k, Claims <$50k
Total = $7.1bn
Est. Next distribution – not official
Jan with record date in Dec
Gläubigervertreter Sunil Kavuri bestätigte via X, dass die bankrotte Krypto-Börse FTX mittlerweile drei Auszahlungsrunden über insgesamt 7,1 Milliarden US-Dollar abgeschlossen hat. Die Zahlungen erfolgten durch den FTX Recovery Trust unter der Leitung von Plan-Administrator John J. Ray III. Fast drei Jahre nach dem Zusammenbruch im November 2022 erreicht die Rückabwicklung damit einen wichtigen Meilenstein.
Drei Tranchen, Milliarden zurück
Die erste Auszahlung erfolgte am 18. Februar mit 454 Millionen US-Dollar für Forderungen unter 50 000 US-Dollar. Am 30. Mai folgte die größte Tranche mit fünf Milliarden US-Dollar, die sowohl kleine als auch große Forderungen abdeckte. Die dritte Runde am 30. September umfasste 1,6 Milliarden US-Dollar und bediente erneut beide Kategorien.
Kavuri schätzt das Gesamtvermögen der FTX-Konkursmasse auf 16 bis 17 Milliarden US-Dollar. Die nächste Verteilungsrunde ist für Januar 2026 geplant, vorbehaltlich einer Stichtagsbestätigung im Dezember. Damit dürften weitere Milliarden an geschädigte Anleger fließen.
Parallel dazu zog der FTX Recovery Trust seinen Antrag zurück, Auszahlungen in fast 50 Länder wie China, Saudi-Arabien, Russland und Ukraine zu beschränken. Der im Juli eingereichte Antrag sollte Zahlungen in Staaten mit unklaren Krypto-Regeln stoppen, stieß aber auf massiven Widerstand betroffener Gläubiger.
FTX files motion to withdraw restricted jurisdiction procedure which could have led to a forfeit of these claims
— Sunil (FTX Creditor Champion) (@sunil_trades) November 4, 2025
Restricted Jurisdictions: 44 countries incl. China, Morocco, Bangladesh, Colombia, Egypt, Ukraine, Russia
China: 5% Claims: $380m
300 creditors led by @zhetengji… pic.twitter.com/k0TU0TSIQM
SBF mischt sich weiter ein
Während die Rückzahlungen laufen, lässt Bankman-Fried nicht locker. Der verurteilte FTX-Gründer meldete sich Anfang November aus dem Bundesgefängnis erneut zu Wort und warf der Konkursverwaltung vor, den Kollaps absichtlich herbeigeführt zu haben. Auf einen satirischen Post über CEO John J. Ray III antwortete SBF mit den Worten „this is basically what happened“ und suggerierte, FTX sei nie insolvent gewesen.
Die Reaktionen fielen heftig aus. On-Chain-Ermittler ZachXBT konfrontierte ihn mit einer angeblichen 40-Millionen-Dollar-Zahlung an chinesische Behörden, die SBF verschwiegen haben soll. Venture-Capitalist Adam Cochran warf ihm vor, weiterhin keine Verantwortung für den Schaden an Millionen Nutzern zu übernehmen.
Zuvor hatte SBF über seinen lange inaktiven X-Account ein 14-seitiges Dokument veröffentlicht, in dem er behauptete, FTX hätte heute ein Portfolio von 136 Milliarden US-Dollar, wenn Anwälte nicht eingegriffen hätten. Rechtsexperten und ehemalige Gläubiger wiesen die Argumentation als längst widerlegte Behauptung zurück. Forensische Prüfungen hatten Milliarden fehlender Kundengelder nachgewiesen und die Insolvenz eindeutig dokumentiert.
Die Gläubiger warten trotz der Ablenkungsmanöver auf die nächste Auszahlung. Ob SBF seine Strategie ändert, bleibt offen. Die Fakten sprechen eine andere Sprache.






