Eine koordinierte Polizeiaktion in fünf EU-Staaten hat neun Mitglieder eines Krypto-Betrugsnetzwerks festgenommen. Die Täter sollen Anleger um 689 Millionen US-Dollar erleichtert haben – beschlagnahmt wurde bislang nur ein Bruchteil. Europol warnt vor immer raffinierteren Methoden.
- Neun Festnahmen in Zypern, Spanien und Deutschland am 27. und 29. Oktober
- Betrugsnetzwerk wusch 600 Millionen Euro über gefälschte Investment-Plattformen
- Nur 1,7 Millionen Euro bisher sichergestellt
🚨 Nine arrests following synchronised operation against crypto scammers.
— Eurojust (@Eurojust) November 4, 2025
🪙 The suspects had set-up a crytocurrency money laundering network that scammed victims out of over EUR 600 million.
Full story 👉 https://t.co/epSfNikEm1 pic.twitter.com/816r5ETLom
Internationaler Schlag gegen Krypto-Betrug
Europol und Eurojust koordinierten Ende Oktober eine groß angelegte Razzia gegen ein internationales Geldwäsche-Netzwerk. Dabei verhafteten Ermittler in Zypern, Spanien und Deutschland neun Verdächtige. Frankreich und Belgien unterstützten die Operation.
Das Netzwerk betrieb dutzende gefälschte Krypto-Investment-Websites. Opfer wurden über Social Media, Kaltakquise und Fake-Werbung prominenter Influencer angelockt. Die Täter versprachen hohe Renditen, kassierten jedoch nur ab.
Nur Bruchteil der Beute beschlagnahmt
Insgesamt sollen die Betrüger 600 Millionen Euro gewaschen haben. Die Behörden beschlagnahmten bisher 800.000 Euro auf Bankkonten, 415.000 Euro in Kryptowährungen sowie 300.000 Euro Bargeld – zusammen nur rund 0,25 Prozent der Gesamtsumme.
Die Gelder wurden über mehrere Blockchain-Plattformen verschoben. Opferbeschwerden brachten den Stein ins Rollen. Zunächst ermittelten französische und belgische Behörden gemeinsam, später stießen Deutschland, Spanien und Zypern hinzu.
Europol warnt vor zunehmender Professionalität
Burkhard Mühl vom Europäischen Zentrum für Finanz- und Wirtschaftskriminalität bei Europol warnt: Die kriminelle Nutzung von Kryptowährungen wird zunehmend ausgefeilter. Auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Laut Blockchain-Analysefirma Chainalysis erreichten Krypto-Betrugsfälle 2024 ein Volumen von 12,4 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber den Vorjahren. Eurojust bestätigt ebenfalls mehr gemeldete Fälle – eine vollständige Übersicht fehlt allerdings, da EU-Mitgliedstaaten Einzelfälle nicht melden müssen.
Die aktuelle Operation zeigt: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist entscheidend im Kampf gegen organisierte Krypto-Kriminalität.






