Nach 16 Monaten Haft in den USA hat ein Bundesrichter die Gründer der Krypto-Mining-Firma HashFlare im $577-Millionen-Ponzi-Fall freigelassen. Die Entscheidung sorgt für heftige Diskussionen – vor allem, weil die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft gefordert hatte.
- HashFlare-Gründer nach 16 Monaten frei
- $577-Millionen-Ponzi laut US-Justiz
- Staatsanwaltschaft erwägt Berufung

Rekordfall vor US-Gericht
Sergei P. und Ivan T. wurden 2022 in Estland festgenommen und im Mai 2024 in die USA ausgeliefert. Dort bekannten sie sich schuldig, an einer Verschwörung zum Drahtbetrug beteiligt gewesen zu sein. Laut Staatsanwaltschaft in Seattle handelt es sich um den größten Betrugsfall in der Geschichte des Gerichts.
Warum keine lange Haft?
Richter Robert Lasnik ordnete „time served“ an – also Anrechnung der bereits verbüßten 16 Monate – sowie 25 000 US-Dollar Geldstrafe pro Person und 360 Stunden gemeinnützige Arbeit. Die Entscheidung begründete er unter anderem mit der Rückgabe von Vermögenswerten im Wert von über 400 Mio. US-Dollar und hohen Auszahlungen an frühere Kunden.
Staatsanwaltschaft prüft Berufung
Die US-Justiz bezeichnete HashFlare als „klassisches Ponzi-System“. Zwischen 2015 und 2019 sollen über 577 Mio. US-Dollar durch fingierte Mining-Verträge eingenommen worden sein. Die Einnahmen seien teils in Bitcoin, Immobilien, Luxusgüter und Privatjet-Flüge geflossen. Eine Berufung gegen das milde Urteil wird derzeit geprüft.
Unklare Zukunft in Estland
Während ihres US-Aufenthalts erhielten P. und T. sogar eine Anweisung des Heimatschutzministeriums zur „sofortigen Ausreise“. Beide wollen dauerhaft nach Estland zurückkehren – die juristische Lage bleibt jedoch angespannt



