Spaniens linkes Regierungsbündnis Sumar will die Krypto-Besteuerung drastisch verschärfen. Der geplante Steuersatz von 47 Prozent und die Klassifizierung aller digitalen Assets als pfändbar sorgen in der Community für massive Kritik. Ökonomen warnen vor einer Abwanderungswelle.
- Steuersatz soll von 30 auf 47 Prozent steigen
- Alle Kryptowährungen könnten pfändbar werden
- Experten sprechen von „Attacke gegen Bitcoin„
1/ Ahora, vamos a desgranar porque la mitad de estas no tiene ni el más mínimo sentido:
— Cris Carrascosa ⚡️ (@CarrascosaCris_) November 25, 2025
Sobre el punto 1 (embargar criptos "no MiCA".
El Grupo Sumar no entiende nada. La modificación del articulo de embargabilidad de bienes ya fue reformado en su día por gente con bastante más…
Die spanische Sumar-Partei hat einen Gesetzentwurf zur Reform der Krypto-Besteuerung vorgelegt, der die Community aufschreckt. Laut Medienberichten sollen Krypto-Gewinne künftig nicht mehr mit dem aktuellen Kapitalertragssteuersatz von 30 Prozent, sondern mit dem allgemeinen Einkommensteuersatz von bis zu 47 Prozent besteuert werden.
Sumar ist ein linkes Bündnis, das als Junior-Partner der sozialistischen Regierung 26 der 350 Sitze im spanischen Kongress hält. Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen drei zentrale Steuergesetze und würden die steuerliche Behandlung digitaler Assets grundlegend verändern.
Kontroverse Pfändungs-Regelung geplant
Besonders brisant ist der Vorschlag, alle Kryptowährungen als pfändbare Vermögenswerte zu klassifizieren. Die Anwältin Cris Carrascosa bezeichnete diese Regelung auf X als nicht durchsetzbar. Sie verwies dabei auf MiCA-Vorschriften, wonach bestimmte Token wie Tether’s USDt nicht von regulierten Verwahrern gehalten werden können.
Zusätzlich soll die spanische Finanzmarktaufsicht CNMV ein visuelles Ampelsystem entwickeln, das Risiken von Kryptowährungen auf Investorenplattformen anzeigt. Kritiker sehen darin einen weiteren Versuch, den Zugang zu digitalen Assets zu erschweren.
„Nutzlose Attacken gegen Bitcoin“
Der Ökonom und Steuerberater José Antonio Bravo Mateu kritisierte die Gesetzesvorlage scharf. „Diese Maßnahmen erreichen nur, dass Bitcoin-Besitzer in Spanien über eine Auswanderung nachdenken, wenn BTC so stark steigt, dass ihnen egal ist, was Politiker sagen“, warnte er auf X. Er bezeichnete die Änderungen als „nutzlose Attacken gegen Bitcoin“ und argumentierte, dass dezentrale Assets in Self-Custody nicht wie traditionelle Vermögenswerte überwacht oder beschlagnahmt werden können.
Interessanterweise haben die spanischen Steuerprüfer Juan Faus und José María Gentil kürzlich einen Gegenvorschlag präsentiert. Sie schlagen ein günstigeres Steuerregime speziell für Bitcoin vor, das Steuerzahlern erlauben würde, verschiedene Bewertungsmethoden wie FIFO anzuwenden.
Spanien verschärft Druck auf Krypto-Besitzer
Die spanische Steuerbehörde geht bereits seit Jahren aktiv gegen säumige Krypto-Steuerzahler vor. Für das Steuerjahr 2022 verschickte sie 328.000 Warnhinweise. Ein Jahr später folgten weitere 620.000 Benachrichtigungen – ein deutliches Zeichen für die zunehmende Überwachung des Krypto-Sektors.
Während Spanien die Steuerschraube anzieht, geht Japan den entgegengesetzten Weg. Die japanische Finanzaufsicht FSA plant, Krypto-Gewinne künftig mit einem Pauschalsatz von nur 20 Prozent zu besteuern. Aktuell können die Steuern auf Kryptowährungen in Japan bis zu 55 Prozent erreichen.
Die geplante Reform würde digitale Assets steuerlich mit Aktien gleichstellen und Japan für Trader deutlich attraktiver machen. Spanische Bitcoin-Besitzer dürften die Entwicklung mit Neid beobachten – sofern sie noch im Land sind.






