Chinesische Geldwäsche-Netzwerke haben 2025 insgesamt 16,1 Milliarden US-Dollar an illegalen Geldern über Kryptowährungen geschleust. Das entspricht knapp 20 Prozent der globalen Krypto-Kriminalität. Telegram-Kanäle dienen dabei als zentrale Drehscheibe.
- 16,1 Mrd. Dollar via Krypto gewaschen – fast ein Fünftel aller illegalen Krypto-Transaktionen weltweit
- Telegram-Garantie-Plattformen als Escrow-Systeme für Kriminelle
- Stablecoins USDT und USDC bevorzugte Mittel wegen Liquidität und Anonymität

Die Blockchain-Analysefirma Chainalysis deckte auf, dass chinesischsprachige Geldwäsche-Netzwerke (CMLNs) 2025 schätzungsweise 16,1 Milliarden US-Dollar an illegalen Geldern über Kryptowährungen schleusten. Die Netzwerke machten damit nahezu 20 Prozent der globalen illegalen Krypto-Wirtschaft aus, die Chainalysis mit über 82 Milliarden Dollar bezifferte.
Telegram als digitale Waschanlage
CMLNs operieren größtenteils über Telegram-Garantie-Plattformen. Dort bewerben Geldwäscher ihre Dienste mit Fotos von Bargeld und Kundenbewertungen. Diese Kanäle fungieren als informelle Escrow-Systeme, die Anbieter mit Kunden verbinden und illegale Geschäfte ermöglichen. Chainalysis stellte fest, dass diese Plattformen neben Geldwäsche auch Menschenhandel und den Verkauf von Starlink-Satellitenschüsseln an Betrugszentren in Südostasien abwickeln.
Andrew Fierman, Leiter der National Security Intelligence bei Chainalysis, erklärte gegenüber CNBC: „Wir haben gesehen, wie alles von nordkoreanischem Geld und DPRK-bezogenen Hacks durch diese Kanäle fließt bis hin zu einer breiten Palette anderer illegaler Aktivitäten.“ Die Netzwerke bedienen sowohl organisierte Kriminalität als auch sanktionierte staatliche Akteure.
Mark Button, Kriminologie-Professor an der University of Portsmouth, betonte das Ausmaß: „Das sind sehr große, gut ausgestattete Organisationen. Das sind nicht ein paar Kriminelle, die aus einer Hinterzimmerwohnung operieren.“
Stablecoins als bevorzugtes Werkzeug
Laut dem Chainalysis-Report nutzen die Netzwerke sechs verschiedene Geldwäsche-Techniken. Dabei setzen sie stark auf Stablecoins wie USDT und USDC. Fierman erklärte, dass Kriminelle Stablecoins wegen ihrer Liquidität, Anonymität und geringen Volatilität bevorzugen. Die Blockchain-Firma schätzt, dass CMLNs 2025 täglich rund 44 Millionen Dollar wuschen.
Button ergänzte, dass viele Gruppen Gelder zusätzlich über Casinos waschen, indem sie Umsatzzahlen aufblähen, um kriminelle Erlöse zu verschleiern. Ein UN-Report von 2024 hob Südostasiens wachsende Rolle als Drehscheibe für lizenzierte und unlizenzierte Casinos hervor, die mit organisierter Kriminalität verbunden sind.
Südostasien als Operationsbasis
Obwohl die meisten Netzwerke auf Mandarin kommunizieren, stammen viele Transaktionen aus Kambodscha und Myanmar, wo Syndikate ausgeklügelte Betrugszentren betreiben. China, das 2021 den Kryptowährungshandel verboten hat, verfolgt Betrugsfälle aggressiv. Kürzlich berichteten staatliche Medien, dass elf Mitglieder eines in Myanmar ansässigen Syndikats wegen Mordes, Betrugs und illegaler Casino-Operationen hingerichtet wurden.
Dennoch ermöglichen schwächere Gesetze und Korruption in Südostasien chinesischen Gruppen, ihre Operationen zu verlagern und fortzusetzen. Fierman warnte: „So agieren illegale Akteure. Sie entwickeln sich weiter, und sobald einer entdeckt wird, wechseln sie zu einem anderen Kanal.“





