Südkoreas Tech-Gigant Naver steht kurz davor, die größte Krypto-Börse des Landes zu übernehmen. Der 14,5-Milliarden-Dollar-Deal könnte Upbit den Weg an die Nasdaq ebnen und Asiens Krypto-Landschaft neu ordnen. Die Aktionäre entscheiden bereits am 26. November.
- Naver übernimmt Upbit-Mutter Dunamu für 20 Billionen Won
- Upbit kontrolliert über 70 Prozent des südkoreanischen Krypto-Markts
- Nasdaq-Listung nach Fusion wahrscheinlich
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Naver bereitet die Übernahme von Dunamu vor, der Muttergesellschaft von Upbit. Laut SE Daily soll der Verwaltungsrat am 26. November grünes Licht für den 20-Billionen-Won-Deal geben, umgerechnet 14,5 Milliarden US-Dollar. Damit würde eine der größten Unternehmensfusionen in Asiens digitalem Finanzsektor besiegelt.
Marktbeherrschende Stellung wird zementiert
Upbit ist keine gewöhnliche Krypto-Börse. Die Plattform wickelt regelmäßig mehr als 70 Prozent des gesamten südkoreanischen Handelsvolumens ab, in manchen Monaten sogar 80 Prozent. Allein im ersten Halbjahr 2025 verarbeitete Upbit Transaktionen im Wert von 833 Billionen Won, wie Daten der Financial Supervisory Service zeigen. Das entspricht umgerechnet 642 Milliarden Dollar.
Mit der Übernahme würde Naver diese Marktmacht komplett unter seine Kontrolle bringen. Für den Tech-Konzern bedeutet das nicht nur Zugang zu einem riesigen Cashflow, sondern auch strategische Dominanz in einem der weltweit aktivsten Krypto-Märkte.
Gewinnmaschine Dunamu diktiert die Konditionen
Die Verhandlungen verliefen nicht reibungslos. Minderheitsaktionäre von Dunamu protestierten gegen frühere Bewertungen und erreichten eine Anpassung des Tauschverhältnisses auf etwa 1:3,3 bis 3,4 zugunsten von Dunamu. Der Grund: Dunamus Profitabilität lässt Naver Financial alt aussehen.
Ende 2024 verbuchte Dunamu einen Betriebsgewinn von 1,186 Billionen Won. Naver Financial kam im gleichen Zeitraum auf magere 103,5 Milliarden Won, also nicht einmal ein Zehntel. Im dritten Quartal 2025 legte Dunamu nochmals nach: Der Nettogewinn kletterte auf 165 Millionen Dollar, ein Plus von 300 Prozent im Jahresvergleich.
Nasdaq-Listing als nächster Schritt?
Nach der Fusion könnte Upbit als Naver-Tochter den Sprung an die Nasdaq wagen. Damit würde die Börse einem Trend folgen, der die Krypto-Branche derzeit erfasst. Galaxy Digital wechselte 2025 bereits an die Nasdaq, Kraken reichte vertraulich einen S-1-Antrag für ein geplantes IPO 2026 ein. Circle, Gemini und Bullish sind längst in New York gelistet, Grayscale kündigte am 12. November an, unter dem Ticker GRAY an die Börse zu gehen.
Auch Upbits Rivale Bithumb bereitet den Gang aufs Parkett vor. Die Plattform hat Nicht-Kerngeschäfte abgespalten und Samsung Securities mit der Vorbereitung einer KOSDAQ-Listung beauftragt. Parallel prüft Bithumb eine mögliche Dual-Listung an der Nasdaq.
Allerdings zeigt das Beispiel Phantom Wallet, dass nicht jedes Krypto-Unternehmen den öffentlichen Kapitalmarkt anstrebt. Der CEO bestätigte, dass weder eine eigene Blockchain noch ein Börsengang geplant sei, obwohl das Investoreninteresse boomt.






