Bitcoin-ETFs erlebten letzte Woche ihren drittgrößten Mittelabfluss aller Zeiten – über 1,2 Milliarden US-Dollar verließen die Spot-Fonds. Parallel stieg der Bitcoin-Kurs jedoch um 4,4 Prozent auf 106.172 Dollar. Experten sehen darin kein Warnsignal, sondern strategischen Positionsabbau nach monatelanger Zuflussphase.
- Bitcoin-ETFs verlieren 1,2 Milliarden Dollar in einer Woche
- BTC-Kurs steigt trotz Abflüssen um 4,4 Prozent
- Wall Street bleibt Off-Chain investiert
Über 1,2 Milliarden US-Dollar flossen letzte Woche aus Bitcoin-Spot-ETFs ab. Gleichzeitig verzeichneten Ethereum-Produkte Abflüsse von 508 Millionen Dollar. Laut Daten von SoSoValue markiert dies den drittgrößten Wochenabfluss seit Einführung der Krypto-ETFs. Überraschend: Der Bitcoin-Kurs reagierte gegensätzlich.
Bitcoin erholt sich trotz institutioneller Flucht
Bitcoin legte innerhalb von 24 Stunden um 4,4 Prozent zu und erreichte 106.172 Dollar. Ethereum gewann sogar 7,2 Prozent und kletterte auf 3.617 Dollar. Beide Kryptowährungen machten damit Verluste wett, die durch den US-Regierungsstillstand und makroökonomische Unsicherheit entstanden waren.
Marktbeobachter interpretieren die Abflüsse nicht als Kapitulation. Vielmehr trimmen institutionelle Anleger ihre Positionen nach einer der stärksten Zuflussserien seit Anfang 2024. Die Liquiditätsindikatoren signalisieren bereits Entspannung: Der SOFR-EFFR-Spread hat sich seit Ende Oktober deutlich verengt. Der Dollar-Index verlor an Schwung.
Wall Street setzt auf Off-Chain-Strukturen
BlackRock führt mit seinem Bitcoin-ETF weiterhin die Zuflussstatistik des Jahres an. Fidelity und VanEck haben ihre Spot-Produktpaletten zuletzt erweitert. Dennoch findet institutionelle Krypto-Partizipation hauptsächlich Off-Chain statt.
Große Investoren bevorzugen ETFs gegenüber direkten On-Chain-Investments. Die Infrastruktur erfüllt noch nicht vollständig Wall-Street-Standards bei Zuverlässigkeit und Transparenz. Market Maker Enflux kommentierte die Entwicklung: „Wenn die Fed Liquidität zuführt, steigt Bitcoin. Wenn Renditen zucken, fällt er.“
Professionalisierung statt Dekopplung
Das Unternehmen ergänzte: „Der Traum der Entkopplung ist vorerst vorbei. Was vom Markt übrig bleibt, wird sich entweder professionalisieren oder verschwinden.“ Die Faktoren für erneute Risikobereitschaft an den Finanzmärkten verdichten sich allerdings: Die Kreditaufnahme bei der Fed-Repo-Fazilität ist auf null gesunken.
Solana-ETFs bildeten eine Ausnahme im negativen Trend. Sie zogen 137 Millionen Dollar frisches Kapital an. Die unterschiedlichen Flows zwischen den Krypto-Assets zeigen: Institutionelle Anleger diversifizieren ihre Positionen neu, statt den Markt komplett zu verlassen.





