Der deutsche Telekommunikationsanbieter 1&1 übernimmt Versatel für 1,3 Milliarden Euro und sichert sich damit Zugriff auf 67.000 Kilometer Glasfasernetz. Der Deal stärkt die Position des vierten Mobilfunkanbieters in Deutschland massiv.
- 1&1 übernimmt Versatel für 1,3 Milliarden Euro
- Glasfasernetz umfasst 67.000 Kilometer in 350 Städten
- Versatel-Kredite bleiben beim Unternehmen, 1&1 garantiert 950 Millionen
Der Telekommunikationskonzern 1&1 hat am Donnerstag die Übernahme von Versatel bekannt gegeben. Für 1,3 Milliarden Euro sichert sich das Unternehmen Zugriff auf das gesamte Glasfasernetz, die Mobilfunk-Backhaul-Infrastruktur und sämtliche Business-to-Business-Anlagen des Konkurrenten.
Was umfasst der Versatel-Deal?
Die Transaktion beinhaltet alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von Versatel. Dazu zählt auch ein Darlehen in Höhe von 950 Millionen Euro an die Muttergesellschaft United Internet. Dieser Kredit verbleibt bei Versatel, wird allerdings durch eine 1&1-Garantie abgesichert. Ein sofortiger Mittelabfluss entsteht für 1&1 dadurch nicht.
Der endgültige Kaufpreis kann sich noch um bis zu 300 Millionen Euro verändern. Ausschlaggebend dafür ist die Geschäftsentwicklung von Versatel zwischen 2027 und 2029. Eine entsprechende Anpassung würde dann 2030 erfolgen.
Versatel-Netz wuchs massiv
Seit United Internet 2014 die volle Kontrolle über Versatel übernahm, expandierte das Glasfasernetz erheblich. Von ursprünglich 37.000 Kilometern in 226 Städten wuchs die Infrastruktur auf 67.000 Kilometer in 350 Städten. Aktuell sind über 27.700 Standorte angeschlossen. Das Netz versorgt institutionelle Kunden sowie andere Telekommunikationsanbieter.
1&1 als vierter Mobilfunkanbieter gestärkt
Die Übernahme positioniert 1&1 strategisch neu. Als vierter großer netzbasierter Mobilfunkanbieter in Deutschland kann das Unternehmen nun Mobil- und Festnetzdienste integrieren. Erst kürzlich migrierte 1&1 seine zwölf Millionen Kunden auf das eigene Open-RAN-Mobilfunknetz. Die Versatel-Glasfaserinfrastruktur soll diese Strategie weiter unterstützen.
Branchenbeobachter sehen in der Konsolidierung von Mobil- und Festnetzanlagen einen klaren Wettbewerbsvorteil. Der deutsche Glasfasermarkt hatte jahrelang langsamer expandiert als in anderen europäischen Ländern. Mittlerweile hat sich der Ausbau jedoch beschleunigt.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Der Deal unterstreicht 1&1s Fokus auf Infrastrukturkontrolle zur Unterstützung von Privat- und Geschäftskunden in Deutschland.






