Während Kalshi mit einer Bewertung von elf Milliarden US-Dollar durch die Decke schießt, sieht sich die Prediction-Market-Plattform mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Eine Klage wirft dem Unternehmen vor, als illegaler Sportwetten-Anbieter zu agieren und die eigenen Nutzer zu benachteiligen. Kalshi weist die Anschuldigungen scharf zurück.
- Klage gegen Kalshi wegen angeblich illegaler Sportwetten
- Unternehmen sammelt trotz Rechtsstreit eine Milliarde US-Dollar ein
- Handelsvolumen explodiert auf 50 Milliarden US-Dollar annualisiert

Die Prediction-Market-Plattform Kalshi steht vor einer juristischen Auseinandersetzung. Eine eingereichte Klage wirft dem schnell wachsenden Unternehmen vor, ohne staatliche Glücksspiellizenz als Sportsbook zu operieren. Die Kläger behaupten zudem, dass Kalshi seine Nutzer systematisch benachteiligt.
Laut Klageschrift agieren die Market Maker auf der Plattform faktisch wie das Haus in einem Casino und nehmen die Gegenseite der Kundengeschäfte ein. Zusätzlich werfe Kalshi mit der Bezeichnung „legale Sportwetten“ und führe Nutzer damit in die Irre, so die Vorwürfe.
Kalshi: Klage von Konkurrenz initiiert
Gründerin Luana Lopes Lara weist die Anschuldigungen entschieden zurück. In einer öffentlichen Stellungnahme betonte sie, dass Kalshi ausschließlich als CFTC-regulierte Derivatebörse agiere und keine Glücksspielplattform betreibe. Die Klage sei von einem Wettbewerber angestachelt worden und stelle die Funktionsweise von Event-Märkten völlig falsch dar.
Dabei steht Kalshi nicht allein mit derartigen Problemen. Bereits 2022 musste der Konkurrent Polymarket nach einem Vergleich mit der CFTC den US-Markt verlassen. Erst in diesem Jahr kehrte Polymarket durch den Erwerb einer Börse samt Clearinghouse in den heimischen Markt zurück.
Trading-Volumen vervielfacht sich rasant
Die rechtlichen Auseinandersetzungen fallen in eine Phase extremen Wachstums. Kalshi sammelte jüngst eine Milliarde US-Dollar ein und erreichte damit eine Gesamtbewertung von elf Milliarden US-Dollar. Bereits zwei Monate zuvor hatte das Unternehmen 300 Millionen US-Dollar aufgenommen.
Das Handelsvolumen schoss von 300 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf annualisiert 50 Milliarden US-Dollar hoch. Besonders politische Prediction Markets treiben das Wachstum an. Parallel dazu expandiert auch Polymarket aggressiv und peilt Berichten zufolge eine Bewertung von bis zu 15 Milliarden US-Dollar an.
Kalshi baute unterdessen seine Infrastruktur weiter aus. Die Integration von Coinbase ermöglicht nun die Verwahrung und Abwicklung von USDC-Transaktionen über die Krypto-Börse. Analysten sehen in dem Rechtsstreit dennoch ein Warnsignal für die gesamte Branche, da die regulatorische Einordnung von Prediction Markets weiterhin umstritten bleibt.






